Stadtentwicklung: Maxstraße, Hallstraße, Fuggerstraße, Lechviertel
Foto: Dr. Deniz Anan
Ein aktuelles Beispiel: die Achse Bäcker- und Spitalgasse, die erst vor wenigen Jahren umgestaltet wurde – mit einem attraktiven Platz vor den Welterbe-Wassertürmen und dem Roten Tor, der vorher einfach nur eine zugeparkte Fläche war. Im Bauausschuss im März wurden nun auch wieder einige richtungsweisende Entscheidungen für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Augsburger Innenstadt getroffen. Neben weiteren Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in der Maximilianstraße im Rahmen des bestehenden verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs zählen dazu auch ein Reallabor zur angestrebten Neugestaltung der Fuggerstraße, eine Verringerung des Durchgangsverkehrs im Lechviertel und die Umwandlung der Hallstraße in einen verkehrsberuhigten Bereich mit Schritttempo. Vor allem die Debatte um eine autofreie Maxstraße hat eine enorme Dynamik in Gang gesetzt – und diese Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten. Die Menschen in Augsburg wünschen sich eine Innenstadt, die zum Verweilen einlädt. Mit den beschlossenen Weichenstellungen schaffen wir genau das: Mehr Raum für Fußgänger*innen, Radfahrende und den öffentlichen Nahverkehr. Wir GRÜNE hätten uns hier mehr gewünscht. Aber wie die Bauverwaltung uns nun schwarz auf weiß dargelegt hat: Eine dauerhafte Fußgängerzone würde Millionen kosten, Jahre dauern und eine aufwändige (und vor Gericht anfechtbare) Änderung des Bebauungsplans erfordern. Leider ist das Straßenverkehrsrecht so restriktiv, dass den Kommunen wenig Spielraum bleibt. Der große Gewinn für die Maximilianstraße ist, dass sich die Maßnahmen für mehr Aufenthaltsqualität nun – anders als beim Verkehrsversuch – auf den gesamten Straßenzug erstrecken. Ein durchgängiges Gestaltungskonzept zwischen Merkurbrunnen und Ulrichsplatz wird nun gemeinsam mit der Öffentlichkeit erarbeitet. Klar ist: Es wird deutlich weniger Parkplätze geben und stattdessen mehr Platz für Gastronomie, Sitzgelegenheiten ohne Konsumzwang, Grün, vielleicht auch Kunst im öffentlichen Raum und vieles mehr. In der Hallstraße ist es wichtig, jetzt den ersten Schritt zu machen. Schrittgeschwindigkeit und weniger Parkplätze ist sehr viel besser als der bisherige Zustand mit Tempo 30 und vielen Parkplätzen. So schützen wir unsere Kinder vor Unfällen. Aus unserer Sicht könnten hier später weitere Beruhigungsmaßnahmen folgen – z.B. eine ganztägige Sperrung oder zumindest morgens, bevor die Schule beginnt.
Die Entscheidungen, die wir im Bauausschuss getroffen haben, sind eine Momentaufnahme. Wir sind noch lange nicht am Ziel. Aber: Wir bewegen uns kontinuierlich in eine nachhaltige Richtung. Gemeinsam mit euch und mit Baureferent Steffen Kercher entwickeln wir Augsburg zu einer modernen, barrierefreien, klimaresilienten Großstadt für alle!