Brechtfestival 2025

Drei Jahre Brechtfestival mit Julian Warner. Drei Jahre Brecht als Grundlage für die breite Beteiligung aller Menschen in der Stadt an einem Kunstfestival. Julian Warner hat bewiesen, dass das Festival eine Methode ist, mit der sich Menschen als wirkmächtig in der Weiterentwicklung ihrer Stadt erleben. Der Kristallisationspunkt dazu ist Brechts “Große Methode”.

D.h. nicht Brecht als Person mit seinem dramaturgischen und literarischen Schaffen steht im Mittelpunkt, sondern das, was er bewirken, was er aufzeigen wollte. Dies ist insbesondere in einer Zeit relevant, in der die Wirkmächtigkeit von Kunst und Kultur sich in unseren demokratischen Gesellschaften unter Beweis stellen muss. Nicht Präsentation sondern Partizipation steht im Vordergrund. Dies begründet das Verständnis des Brechtfestivals als einer Sozialen Skulptur im eigentlichen Sinne. Gestartet hat alles mit einem Umzug nach Lechhausen. Mit Gänsehaut begegneten sich Menschen, die sich sonst nie begegnen, im Goldenen Saal des Rathauses und zogen gemeinsam nach Lechhausen. Im zweiten Jahr wurden die großen Konflikte unserer Stadtgesellschaft in Wrestlingshows verarbeitet. Schließlich feierten sich im dritten Jahre alle Augsburger*innen als Stars in einem großen Tanzmarathon in Brechts Kraftclub. Brechtradition ist damit nicht das Halten der Asche sondern die Weitergabe der Flamme. Danke Julian Warner!

Besonders bewährt hat sich in diesem Zusammenhang das Auswahlverfahren. Fachleute aus der deutschsprachigen Literaturszene verbinden ihr Knowhow mit Augsburger Kulturakteur*innen und wählen gemeinsam die jeweils neue Festivalleitung für drei Jahre. Fachlichkeit und Beteiligung werden hier groß geschrieben. Der/die Kulturreferent*in ist somit Moderator*in und nicht Kurator*in kultureller und künstlerischer Aushandlungsprozesse. Wir freuen uns daher die nächsten drei Jahre auf die Arbeit von Sahar Rahimi und Mark Schröppel, die nun das Brechtfestival ab 2026 für drei Jahre mit einem inklusiv, partizipativem Ansatz unter ihre Fittiche nehmen.